Wir haben ja schon vor kurzer Zeit das Korg Kaoss Pad 2 vorgestellt. Da Korg nicht nur gute Effektgeräte, sondern auch andere gute Geräte bauen kann, nehmen wir uns nun einen Synthesizer bzw. Vocoder vor. Die Rede ist hier vom Micro Korg. Wie der Name schon sagt ist das Gerät wirklich nicht der Ries unter den Synthies. Der kleine Wunderkasten, der mit einem DSP-Chip ausgestattet ist, kommt im coolen Design vergangener Zeiten daher. Das erkennt man an dem Holz-Imitat an der Seite und den Reglern und Drehknöpfen. Die linke Seite dient zur Sound- und Styleauswahl. Das Pitch- und Modulationsrad ist ebenfalls auf dieser Hälfte zu finden. Der Micro Korg verfügt insgesamt über sieben unterschiedliche Stile. Dies sind Trance, Techno/House, Electronica, Drum ‘n’ Bass/Breaks, Hip Hop/Vintage, Retro und Special Effects/Hits.
Auf der rechten Seite befindet sich die Modulationsmatrix, also die Steuereinheit der Klangparameter. Unterhalb der Knöpfe Resonanz, EG Attack, EG Release, Tempo und Cut Off befindet sich die Parameterliste, welche nach dem Zeilen- und Spaltenprinzip in zwei Ebenen aufgeteilt ist. Die Eckparameter sind über den Edit–Select–Button und den dazugehörigen zwei Drehknöpfen in der Mitte des Gerätes anwählbar. Somit lassen sich alle Parameter, die rechts in der Modulationsmatrix aufgelistet sind, relativ übersichtig und schnell editieren. Das Gerät besitzt natürlich auch noch eine Klaviatur, welche über drei Oktaven geht. Das Einspielen von Klängen stellt sich am Anfang etwas mühselig dar. Mit der Zeit kommt man damit aber klar.

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil eines Klangerzeugers: den Sounds. Obwohl der Micro Korg nur vier Stimmen hat, erzeugt er Klänge von zart bis hart, die sich in den Clubs wohl sehr zuhause fühlen dürften. Beim Durchhören der einzelnen Bänke kommt einem der eine oder andere Sound sehr bekannt vor. So manches Stück wurde mit ihnen produziert.
Dem kleinen Kasten hätten wir gar nicht zugetraut, dass die Klänge im gesamten Frequenzbereich wunderbar klingen. Von druckvollen Bässen, über sanfte Mitten bis hin zu glasklaren Höhen überzeugt der Micro Korg auf ganzer Linie. Die Presetklänge überzeugen nämlich bereits, so dass gar nicht mehr an großartig an den Parametern verändert werden muss. Ein Synthesizer macht sich aber nicht nur durch die Klänge zum guten Gerät. Die Filter sind genauso wichtig, wie die Sounds. Hier gibt’s auch nichts zu meckern. Sie klingen gut. Es gibt einen Band- und Hochpassfilter sowie zwei Tiefpassfilter.
Das Gerät bietet neben den üblichen Wellenformen Sägezahn, Rechteck, Dreieck, Sinus und Noise auch noch eine spezielle Voice–Wellenform. Während der erste Oszillator über alle Wellenformen verfügt, besitzt Oszillator 2 nur Sägezahn, Rechteck und Triangle, kann dafür aber zu dem ersten Oszillator synchronisiert werden.
Der Arpeggiator, der gebrochene Akkorde in seine einzelnen Töne zerlegt und diese nacheinander auf- oder abwärts spielt, ist über acht LEDs steuerbar. Simpler kann man einen Arpeggiator nicht steuern. Will man die Spielweise ändern, drückt man einfach auf die Knöpfe und schon verändert sich Spielweise.
Der Micro Korg ist aber nicht nur Synthesizer, sondern gleichzeitig auch noch Effektgerät. Man kann nämlich ein externes Audiosignal, beispielsweise von einem Sampler kommend, durch die Effektbank des Micro Korg schicken. Wem das an Vielfalt noch nicht reicht, dem setzt Korg noch eins obendrauf: Als besonders abgefahrene Möglichkeit hat der Hersteller nämlich noch einen Vocoder mit eingebaut. Man kann diesen natürlich ganz klassisch nutzten. Mit dem mitgelieferten Mikrofon, das Signale ruhig etwas lauter hätte weitergeben können, kann man sogar die Musik mit seiner Stimme steuern. Hat man zum Beispiel eine Melodie im Kopf, kann man die erzeugte Musik über seine Stimme steuern. Wem übrigens das mitgelieferte Mikro nicht gefällt, der hat die Möglichkeit noch ein anderes über Klinke anzuschließen.

Abschließend können wir sagen, dass Korg hier einen wahren Wunderkasten auf die Beine gestellt hat. Steht man am Anfang einer großen Produzentenkarriere und will erst einmal kleine Brötchen backen, sollte man sich das Gerät auf jeden Fall etwas näher anschauen. Für gerade einmal 670,- € bekommt man eine Menge geboten. Es ist leicht zu bedienen und verfügt zudem noch über eine gut verständliche deutsche Bedienungsanleitung. Dass das Gerät nur vier Stimmen hat und anderen Geräten in Sachen Polyphonie hinterher hinkt, ist angesichts des Preises voll zu verkraften. Wer mehr Stimmen haben will, der muss halt tiefer in die Tasche greifen...
 
   

 


 
 

 
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